Normen

ASR A1.3

Die technischen Regeln für Arbeitsstätten (früher: Arbeitsstättenrichtlinie, daher das weiterbestehende Akronym ASR) konkretisieren die Arbeitsstättenverordnung und geben Richtlinien für das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten wieder. Zusammen mit der Arbeitsstättenverordnung und dem Arbeitsschutzgesetz werden die technischen Regeln für Arbeitsstätten durch entsprechende staatliche Organe wie die Gewerbeaufsichtsämter der Länder auf Ihre Einhaltung hin überprüft.

Die Anforderungen der Verordnung über Arbeitsstätten werden im Rahmen des Anwendungsbereichs der ASR A1.3 konkretisiert. Hält sich der Arbeitgeber an die Technischen Regeln, kann er davon ausgehen, dass die Anforderungen der Verordnung erfüllt sind und die überwachende Behörde die getroffenen Arbeitsschutzmaßnahmen nicht beanstandet (» Vermutungswirkung).
Entscheidet sich der Arbeitgeber hingegen für eine andere Lösung, muss er dafür Sorge tragen, dass mindestens das gleiche Niveau an Sicherheit und Gesundheitsschutz für die Arbeitnehmer erreicht wird.

Im Rahmen der Neufassung der ASR A1.3 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zusätzlich folgendes bekannt gemacht:

Die Neufassung der ASR A1.3 vom 28.02.2013 ersetzt die ASR A1.3 GMBl 2007, S. 674.

Im Wesentlichen wurden die folgenden Anpassungen vorgenommen:

    • Es wurden zusätzliche Sicherheitszeichen, die in der Norm DIN EN ISO 7010 enthalten und international und europäisch abgestimmt sind, in die ASR A1.3 übernommen. Insbesondere die Zeichen
      • F001 (Feuerlöscher)
      • F002 (Löschschlauch)
      • F003 (Feuerleiter)
      • F004 (Mittel und Geräte zur Brandbekämpfung)
      • F005 (Brandmelder)
      • F006 (Brandmeldetelefon)
      • E009 (Arzt)
      • W029 (Warnung vor Gasflaschen)

wurden erheblich verändert. Auch andere Rettungszeichen gem. ASR A1.3 erfuhren teilweise deutliche Änderungen, vgl. E007 (Sammelstelle).

  • Der Flucht- und Rettungsplan wurde an die Norm DIN ISO 23601 angepasst.

DIN EN ISO 7010

Die DIN EN ISO 7010, eine europaweit und international abgestimmte Norm, ist in großen Bereichen der Nachfolger der DIN 4844. Sie reguliert Form, Farbe und Piktogrammdarstellung auf Sicherheitszeichen. Erstmals ist diese Norm europäisch/international koordiniert und ermöglicht so eine nicht textbasierte Sicherheitskennzeichnung nach internationalem Standard.

Schon im Oktober 2012 löste die DIN EN ISO 7010 mit Ihrer Veröffentlichung die Darstellungsregeln der Sicherheitskennzeichen nach DIN 4844 ab. Zementieren konnte die ISO 7010 ihre Bedeutung durch ihre Verwendung in den neuen technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A1.3), die im März 2013 veröffentlicht wurden und für alle Arbeitsstätten in Deutschland gelten.

DIN 4844

Die DIN 4844 „Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen“ ergänzte nationale Standards zur internationalen Sicherheitskennzeichnung. Bis zur Veröffentlichung der neuen DIN EN ISO 7010 enthielt die DIN 4844 alle relevanten Sicherheitskennzeichen für den Arbeitsschutz. Sie ist in 3 Teile gegliedert:

  • DIN 4844-1: Erkennungsweiten und farb- und photometrische Anforderungen
  • DIN 4844-2: Registrierte Sicherheitszeichen
  • DIN 4844-3: Flucht- und Rettungspläne

Es handelt sich nun um eine Restnorm, in der Zeichen enthalten sind, die in der ISO 7010 fehlen. Zudem spielt die DIN 4844-4, Leitfaden zur Anwendung von Sicherheitskennzeichnung, in der Praxis weiterhin eine Rolle. Er ist keine Norm, sondern ein DIN SPEC (Fachbericht). Hierin werden Empfehlungen und Erläuterungen zur praktischen Anwendung von Sicherheitszeichen gegeben. Diese Darstellungsregeln zur korrekten Anbringung und zu Richtungsangaben sind wichtig, denn in der ISO 7010 wird nur die Optik und Farbgebung der Sicherheitsschilder genau definiert.

DIN 67510

Die DIN 67510 behandelt die Messung und Klassifizierung langnachleuchtender Pigmente und die daraus gefertigten langnachleuchtenden Produkte beim Hersteller. Anwendung findet sie bei der
Fluchtweg- und Gefahrstellenkennzeichnung in Gebäuden
Unterirdischen Verkehrswegen
Luft- und Seefahrt
Markierung von Geräten, Armaturen, Gebrauchsgegenständen
Arbeits- und Unfallschutzbekleidung

Die Norm legt die Bedingungen fest, unter denen die Leuchtdichte in Abhängigkeit von der Zeit geprüft wird, sowie die Art und Weise der Kennzeichnung der so geprüften langnachleuchtenden Produkte.
Die DIN 67510 besteht aus 4 Teilen:

  • Teil 1: Messung und Kennzeichnung beim Hersteller
  • Teil 2: Messung von langnachleuchtenden Produkten am Ort der Anwendung
  • Teil 3: Bodennahes langnachleuchtendes Sicherheitsleitsystem
  • Teil 4: Produkte für langnachleuchtende Sicherheitsleitsysteme – Markierungen und Kennzeichnungen

ASR A3.4/3

Diese ASR gilt für das Einrichten und Betreiben von Sicherheitsbeleuchtung und von optischen Sicherheitsleitsystemen in Arbeitsstätten. Sie nennt Beispiele für Arbeitsstätten, für die eine Sicherheitsbeleuchtung oder ein Sicherheitsleitsystem erforderlich sein kann. Sie enthält die lichttechnischen Anforderungen an Sicherheitsbeleuchtung und Sicherheitsleitsysteme sowie Hinweise zu deren Betrieb.

BGR 216

Die BGR (Berufsgenossenschaftliche Regel) 216 befasste sich mit optischen Sicherheitsleitsystemen einschließlich Sicherheitsbeleuchtung. Sie wurde beispielsweise bei der Anlage von optischen Sicherheitssystemen wie einem bodennahen, langnachleuchtendem Leitsystem angewendet, das bei einem Ausfall der Beleuchtung oder der Verschlechterung der Sichtverhältnisse (Rauch) eine Evakuierung und Rettung der sich im Gebäude befindlichen Personen ermöglicht. Im Dezember 2013 wurde die BGR 216 zurückgezogen und durch die Arbeitsstättenregel ASR A3.4/3 ersetzt.

Sicherheitsleitsysteme lassen sich in zwei Kategorien einteilen, die jeweils auch 2 Gruppen enthalten:

  • Elektrische Systeme
    • Nicht bodennah
    • Bodennah
  • Nachleuchtende/fluoreszierende Systeme
    • Nicht bodennah
    • bodennah

DIN 4844

Die DIN 4844 enthielt bis Oktober 2012 alle relevanten Sicherheitskennzeichen für den Arbeitsschutz und fand so in Verbindung mit den Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften BGV A8 eine flächendeckende Anwendung. Im Laufe der Jahre wurde die Din 4844 zugunsten modernerer Normen schrittweise ersetzt.
Teil 3 der DIN 4844 (Flucht- und Rettungspläne) wurde bereits im Dezember 2010 durch die DIN ISO 23601 ersetzt.
Umfassend wurde die DIN 4844 im Oktober 2012 von der DIN EN ISO 7010 abgelöst, die im Februar 2013 auch offizielle Norm der neuen technischen Regeln für Arbeitsstätten wurde und so ihre Bedeutung zusätzlich konsolidierte.
So ist die Din 4844 aktuell nur noch eine Restnorm für Zeichen, die nicht in der DIN EN ISO 7010 enthalten sind (Wassersport).

BGV A8

Die von den deutschen Berufsgenossenschaften erlassenen Unfallverhütungsvorschriften werden auch Berufsgenossenschaftliche Vorschriften (BGV) genannt.

Die BGV A8, zuständig für die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz, ist eine der ältesten Vorschriften im Bereich Normen für Sicherheitskennzeichnung und damit auch Rettungsschilder.

Nachdem die wesentlichen Inhalte der BGV A8 mittlerweile durch die ASR A1.3 des staatlichen Arbeitsschutzrechts abgedeckt sind, fingen immer mehr Berufsgenossenschaften an, die BGV A8 offiziell außer Kraft zu setzen.

Aktuell ist eine Neubestückung mit Rettungsschildern nach BGV A8 nicht mehr gestattet.
Ist das Unternehmen allerdings noch flächendeckend mit entsprechenden Schildern nach BGV A8 ausgestattet, dürfen Ergänzungen nach dieser alten Norm vorgenommen werden, um eine einheitliche Kennzeichnung des Betriebsgeländes und seiner Gebäude zu gewährleisten und eventuelle Verwirrung zu vermeiden.
Im Falle eines Unglücks muss der Arbeitgeber in diesem Fall allerdings nachweisen, dass die alte Sicherheitskennzeichnung das gleiche Schutzniveau bietet wie eine moderne Kennzeichnung.

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